


Anton Diabelli
... war ein österreichischer Komponist und Musikverleger.
Er wurde am 5. Septemer 1781 in Mattsee geboren und starb am 8. April 1858 in Wien.
Zu seinem 150. Todestag im letzten Jahr schrieb uns ein Leser folgende Gedanken.
Eine kurze biographisch-werkspezifische Skizze soll dazu beitragen, DIABELLIS
Gesamtbedeutung etwas besser zu objektivieren:
Vermutlich kam er – auf Michael Haydns Empfehlung – bereits 1803 nach Wien, wo
er seine Tätigkeit als Klavier- und Gitarrelehrer aufnahm. Zunächst noch als
Korrektor für den Verlag Sigmund Anton Steiner beschäftigt, gründete er 1818
die Musikedition Cappi & Diabelli. Nach dem ausscheiden Pietro Cappis firmierte
das rezeptionsgeschichtlich keineswegs unbedeutende Unternehmen unter der
Bezeichnung Diabelli & Co. weiter.
Seine Rolle als Herausgeber ist prinzipiell von der des Komponisten und Arrangeurs
nicht zu trennen. Dabei führte die charakteristische melodische Eingängigkeit
seiner Schöpfungen und ihre relativ leichte Spielbarkeit vielfach dazu, Diabellis
Oeuvre kategorisch abzuwerten. Im wesentlichen belegen moderne Fachkommentare allerdings, dass das Schaffen dieses Meisters in nahezu lückenloser Übereinstimmung mit der typisch biedermeierlichen Aufführungspraxis zu sehen ist.
Neben ausgesprochener Unterrichts- und Studienliteratur schrieb Diabelli, von vielen Zeitgenossen fälschlicherweise als Italiener apostrophiert, eine Vielzahl von Kammermusikwerken ( oft auch mit Gitarrebegleitung), daneben sogar Messen u.a. Vokalstücke. Opernmelodien fanden gerade bei ihm – am Höhepunkt der Rossini Ära bzw. einige Jahre danach – Eingang, selbst in Sonaten, Sonatinen, Variationen und natürlich in Arrangements unterschiedlicher Prägung.
Diabelli hat auch auf dem Gebiet der vierhändigen Unterrichtsliteratur beachtliches
geleistet. Zwar reichen seine „Sonatines mignonnes“, op. 150, oder das „Rondo
militaire“, op. 152, kaum an Schuberts Genialität heran, dennoch unterstreicht
manche originelle Themenbildung den Charakter praxisorientierter Gebrauchsmusik.
„In der Hauptsache widmete sich sein Verlag den Favoriten der zeitgenössischen Wiener Musikszene, … deren Popularität durch verschiedene Be- und Verarbeitungsformen gesteigert wurde. Wie ernst Diabelli die Ansprüche seiner
Kundschaft nahm, zeigt sich in den zahlreichen, meist aus eigenen Arrangements
bestehenden Reihenwerken.“ (Dagmar Schnell)
Seit ihrer Gründung war die Firma Cappi & Diabelli bemerkenswerterweise damit
beschäftigt, aktuelle Opern- und Tanzmusik zu publizieren. Solche Anthologien
wie „Philomele für die Gitarre“ und „Philomele für das Pianoforte“ ( für Klavier
zwei und vierhändig) waren über Jahrzehnte hinweg beliebt.
Ähnliche Serien erschienen für andere Musiktypen, die populäre „Neueste Sammlung komischer Theatergesänge“ erreichte 429 Hefte.
Als erfahrener Musiker wusste Diabelli, wie er den musikalischen Modeerscheinungen seiner Zeit entsprechen sollte und die mit Schubert eingegangene Verbindung festigte den weitverbreiteten guten Ruf seiner Edition….“ (John Warrak).
Wir bedanken uns herzlich bei Herrn Richard Tröthann aus Wien für seinen interessanten Beitrag!
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Veranstaltungstipp
für Diabelli-Interessierte
In Mattsee (Salzburger Land) findet jedes Jahr ein Diabelli Sommer statt, bei dem zahlreiche interessante Konzerte, Liederabende und Lesungen dargeboten werden.