Steinway-Hall in New York City

Piano von John Lennon

Henry Steinway
Beschränkte Produktionskapazitäten und Konkurrenz aus Japan trübten in den 60er und 70er Jahren die Geschäfte von Steinway. Der neuerliche Weg zum Erfolg führte über den Verkauf des Firmenunternehmens, einen charismatischen Präsidenten und die Zusammenführung von Steinway New York und Hamburg.
Erfolg versus Unzufriedenheit
In den 60er-Jahren boomte das Interesse an Klavieren. Steinway-Flügel wurden in Massen von Hotels, Kirchen und Schulen geordert. Rockkünstler ebenso wie afroamerikanische Jazzer eroberten Klaviere für die Bühne. Die Auftragslage war so massiv gestiegen, dass die Produktionskapazitäten von Steinway & Sons eine Zeitlang nicht mehr mithalten konnten.
Konkurrenz aus Japan
1966 produzierte Yamaha einen eigenen Konzertflügel. Nicht nur das Produkt stand in direkter Konkurrenz zu Steinway, Yamaha bot auch nach Vorbild von Steinway & Sons ein Flügelservice an und warb sogar mit Steinway-Künstlern.
Als Antwort gründete Steinway & Sons ein Vertriebsnetz von 20 Händlern in Japan, das sich seit den 90er Jahren als Hauptabsatzmarkt von Steinway & Sons entwickelt hatte.
Verkauf des Familienunternehmens
Seit Beginn seiner Präsidentschaft 1955 hatte Henry mindestens 25 ernsthafte Übernahmeangebote bekommen. Doch erst als kein Nachfolger in Sicht war, entschloss er sich zum Verkauf.
1972 wurde das Unternehmen nach 119 Jahren in Familienbesitz an das Medienunternehmen CBS verkauft, wobei Henry zunächst Präsident blieb. Erst 1977 wurde er abgelöst, erstmals stand nun ein Nicht-Familienmitglied an der Spitze des Unternehmens. Henry blieb - bis 1980 - Vorsitzender des Vorstands.
Obwohl Steinway & Sons profitabel arbeitete, schrieb die CBS Musical Instrument Division seit 1980 rote Zahlen. 1985 erwarb eine Gruppe von Bostoner Investoren einige der Unternehmen dieses Geschäftsbereiches.
1992 wurde ein Flügel mittlerer Preisklasse – der Boston – eingeführt. Innerhalb kürzester Zeit setzen sich diese Instrumente, die von Kawai in Japan gefertigt wurden, am Weltmarkt durch und verzeichneten Zuwächse wie keine andere Piano-Marke. Auch heute noch ist der Boston ein erfolgreiches Instrument in der Produktpalette von Steinway & Sons. Komplementiert wurde die Palette später durch die Marke Essex, einem preisgünstigen und hochwertigen Einsteigerinstrument.
1995 wurde das Unternehmen überraschend – der Umsatz war gestiegen, die Fertigungsqualität verbessert – für 100 Millionen Dollar an die Selmer Company veräußert. Heute ist diese Gruppe ein Börsennotiertes Unternehmen, Steinway Musical Instruments.
Jüngste Highlights
2000 wurde das Steinway-Klavier von John Lennon, auf dem er den Hit Imagine komponiert hatte, an George Michael um die Rekordsumme von mehr als zwei Millionen Dollar versteigert.
2001 erfolgte der Rückkauf der legendären Steinway Hall in New York, die Stadt New York stellte das Haus unter Denkmalschutz.
Seit August 2007 ist Thomas Kurrer, der 18 Jahre lang für alle Aktivitäten von Steinway & Sons außerhalb von Nord- und Südamerika verantwortlich war, Präsident von Steinway & Sons.
Damit folgt er Bruce Stevens, der nach 22 Jahren in den Ruhestand ging.
Ein wesentlicher Verdienst des charismatischen Farmersohns aus Iowa war neben dem Ausbau des Vertriebsnetzes und einer weiteren Verbesserung der Produktqualität, dass er Steinway New York und Steinway Hamburg wieder zusammengeführt hat. Nach Jahrzehnten mit wenig Kontakt zwischen den beiden Häusern wurde unter Führung des zuvorkommenden, aber gleichzeitig durchsetzungsstarken Präsidenten der Kontakt gesucht und ausgebaut. Dass Thomas Kurrer von Steinway Hamburg sein Nachfolger wurde, beschreibt diesen Weg.
Henry Steinway ist heute das einzige Mitglied der Familie Steinway, das noch für Steinway & Sons im Einsatz ist. Mit seinem Namen trägt er werbewirksam zur Publicity des Unternehmens bei, als Hüter des Archivs bewahrt er die Vergangenheit von Steinway & Sons.
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Mehr Infos
Amerikanische Site von Steinway & Sons
Steinway-Hall in New York City
John Lennons "Imagine" auf youtube
BBC: Verkauf von John Lennons Piano