19.05.2012

Gussplatte

Resonanzboden

Saiten

Steg

Stimmstock

Mechanik

Hammer

Gehäuse

Wie viel Steinway ist in Boston und Essex?

Seit 155 Jahren steht Steinway & Sons für Wert, Qualität, Perfektion im Klavierbau und seit Jahrzehnten ist der Name Maßstab für die große Mehrheit der Pianisten weltweit. „To build the best piano possible“, ist heute wie vor 155 Jahren der Leitsatz, der die Qualitätsstandards für Steinway-Instrumente setzt.

Diesen hohen Anspruch stellt Steinway & Sons auch an die beiden Steinway-designed Marken Boston und Essex, die seit einigen Jahren das bestmögliche Klavier im mittleren und niedrigen Preissegment bieten. So weit, so gut. Aber was bedeutet das im Detail? Was von der unbestritten genialen, aber in der Produktion sehr aufwändigen Konstruktion der Steinway & Sons-Pianos steckt denn nun in den preiswerteren Instrumenten?

Vorweg: Auch Boston designed by Steinway & Sons (erzeugt in Japan) und Essex desigend by Steinway & Sons (erzeugt in China) sind 100%ige Steinway-Konstruktionen mit folgenden charakteristischen Steinway-Patenten und -Designs:

Die Gussplatte
Die Steinway-Gussplatte hat eine leicht gewölbte Form, ähnlich einer Glocke, wodurch mehr Resonanzraum zur Verstärkung des Klangs entsteht. Die massive Eisenplatte sorgt für jahrzehntelange Stabilität und den Klangerhalt des Instruments (Steinway-Patent von 1885).

Der Resonanzboden
Auch er ist ein Steinway-Design von 1885 und das Herzstück eines Pianos, da seine Schwingungsfähigkeit über die Klangfülle und Tonlänge entscheidet. Durch die besondere Bauweise des Steinway-Resonanzbodens (v. a. dadurch dass er zu den Seiten hin dünner wird) kann er leichter, länger und in jeder Dynamikstufe gleich gut schwingen.

Die Anordnung der Saiten
Neben der patentierten Kreuzbesaitung geht auch die sogenannte Duplex-Skala auf ein Steinway-Patent (1872) zurück. Das heißt: Die Saiten sind in einer Art aufgezogen, dass jeweils vorne und hinten, je nach angeschlagenem Ton, zusätzlich zum Hauptteil Saitenteile mitschwingen. Diese erzeugen Obertöne, die den angeschlagenen (Haupt-) Ton klanglich unterstützen: Der Ton klingt voller, reicher und länger.

Der Steg
Er hat die Aufgabe, die Schwingung von den Saiten optimal, d. h. mit möglichst wenig Energieverlust, zum Resonanzboden zu leiten. Daher verläuft die Holzfaser beim Steinway-Steg (Patent von 1880) von oben (Saiten) nach unten (Resonanzboden). Gleichzeitig muss der Steg stabil sein, um dem Druck der Saiten standzuhalten und nicht zu reißen. Dies ist durch einen „Deckel“ aus massivem Ahorn mit horizontalem Faserverlauf gewährleistet.

Der Stimmstock
13 Hartholzschichten, deren Maserungsverlauf beim Verleimen im Winkel von 90° versetzt wird (Steinway-Design), bieten optimalen Halt für die Stimmwirbel und somit gute Stimmfähigkeit und Stimmhaltung.

Die Mechanik
Sie enthält sowohl bei Boston als auch bei Essex nur Vollholz- und keinerlei Plastikteile.
Die Steinway-Mechanik bietet neben Stabilität und schneller Repetitionsfähigkeit durch besondere Hebeglieder auch ein sensibles Ansprechverhalten (Steinway-Design von 1868).
Das Gestell, auf dem die 88 Hämmer angebracht sind, gewährleistet sowohl Stabilität (außen aus Metall) als auch flexible Regulierbarkeit (innen aus Holz). Dieses Steinway-Patent wurde ebenfalls 1868 entwickelt.

Die Hämmer
Die Hammerstiele der Steinway-Instrumente sind achteckig (und nicht rund), wodurch sie im Anschlag flexibler sind und eine bessere Spielkontrolle garantieren.
Die Hammerköpfe sind durch Ihre Bauweise strapazierfähig und langlebig und haben seit 1880 (Steinway-Patent) verstärkte Seitenteile, wodurch eine bessere und häufigere Intonation möglich ist.

Das Gehäuse
Wie alle Teile der Steinway-Instrumente besteht auch das Gehäuse aus natürlich gewachsenem Vollholz. Stellen Sie sich eine Geige oder ein Cello aus Plastik vor – dann wissen Sie, warum auch beim Klavier das Holz so wichtig ist: Es nimmt die Schwingungen auf und erzeugt den Klang. Flügel von Boston und Essex haben durch eine größere Rundung und Breite des Gehäuses mehr Resonanzbodenfläche, wodurch sie voller und voluminöser klingen.

 

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