

Musik zwischen Leidenschaft und Perfektion
Mihaela Ursuleasa „Piano & Forte“
Mihaela Ursuleasa lädt den Hörer ihres Debütalbums
(Berlin /
Edel Classics 2009)
zu einer musikalischen Zeitreise von Beethoven bis Ginastera ein, und so unterschiedlich, wie die
fünf Kompositionen dieser Zeitspanne von 200 Jahren sind, so verschieden und zahlreich sind auch die Talente der hochbegabten Pianistin, die jeden der Musikstile beherrscht
und dennoch jedem ihre eigene Note gibt.
Betrachtet man die gesamte Einspielung, so erstaunt vor allem die kontrollierte Virtuosität, mit der Mihaela Ursuleasa technisch anspruchvollste Passage mit einer Leichtigkeit spielt, die dem Zuhörer den Eindruck vermittelt, Klavierspielen wäre die einfachste und unbeschwerteste Sache der Welt. Kein Funken Anstrengung ist zu spüren, dafür große Kraft und Energie, gepaart mit der Fähigkeit, das gesamte Klangspektrum des Klaviers voll auszuschöpfen.
Ihr emotionales, vorwärts drängendes Spiel fesselt genauso sehr wie die einfühlsamen, vor Musikalität und Ausdruckskraft berstenden Passagen. Man kann nicht nicht hinhören oder nur so nebenbei, sondern ihr Spiel erfordert musikalische Empathie und echtes Dabeisein.
Die 32-jährige Pianistin wünscht sich für die Rezeption ihrer CD vermutlich eine ähnliche Aufmerksamkeit wie einmal in einem Interview erwähnt: „Ein ideale Publikum wäre wie ein idealer Musiker – Verstehen und Spüren zugleich.“
Im selbst verfassten und daher sehr zu empfehlenden Booklet erzählt die gebürtige und in Wien lebende Rumänin, warum sie gerade diese fünf Stücke für ihr Debütalbum ausgewählt hat.
Hier eine Beschreibung der fünf Kompositionen und deren Interpretation durch die Pianistin:
Beethovens 32 Variationen in C-Moll (WoO 80), die Mihaela Ursuleasa im Alter von 9 Jahren zum 1. Mal gespielt hat, scheinen ganz ihrem temperamentvollen Charakter zu entsprechen: aufwühlend und rebellisch, gespielt jedoch - ohne Demonstration einer Tastenlöwen-Akrobatik - mit vollkommener Hingabe und Sinn für starke Kontraste. Sie macht aus der schnellen Variationenfolge einen spannenden musikalischen Bogen.
Als Verbeugung vor Brahms und ihrer Wahlheimat Wien kann man die Wahl der drei Intermezzi op. 117 verstehen, die tiefgründig, mit Wärme und mit feiner Melancholie eine unbewusste Sehnsucht nach Ruhe und Schönheit stillen.
Ravels „Gaspard de la nuit“, das als schwierigste Solo-Komposition für Klavier gilt und das Ravel selbst als „Tongedichte von höchster Virtuosität“ bezeichnete, stellt den dramaturgischen Höhepunkt des Albums dar.
In aller Kürze: der Gesang von 'Ondine' handelt von einer Meerjungfrau in ihrem Reich, in 'Le gibet' betrachtet man einen Erhängten am Galgen in der Abenddämmerung und 'Scarbo' befasst sich mit einem Dämon oder Kobold, der die Menschen im Schlaf stört.
Und um diese drei Geschichten des „Gaspard“, die auf Gedichte von Aloysius Bertrand zurückgehen, geht es Mihaela Ursuleasa auch. Um das Erzählen einer Geschichte, und nicht vordergründig um das Bewältigen eines musikalischen „Achttausenders“.
Dennoch reizt sie auch klanglich die Möglichkeiten des Klaviers aus und scheint eine schier grenzenlose Ausdruckskraft zu besitzen: stets energiegeladen, aber auch lieblich, entrückt, gespenstisch, bedrohlich, zauberhaft, …
Energiegeladen und temperamentvoll ist auch die 1. Klaviersonate von Alberto Ginastera. Nicht zuletzt deshalb gehört die Sonate zu Ursuleasas Lieblingsstücken, die für sie noch eine „Draufgabe“ auf Ravels „Gaspard“ ist. Ein musikalisches Feuerwerk, das zum Tanzen bewegen und ein Glücksgefühl vermitteln soll. Ginasteras argentinische Rhythmen zeigen, was perkussiv auf dem Klavier möglich ist. Diese Perkussion ist für die Pianistin – neben den vielen anderen Ausdrucksmöglichkeiten - die grundlegendste Wirkung des Klaviers, die einem nicht mehr ruhig sitzen lässt.
Mit der wirbelnden, volkstümlich geprägten „Toccata“ ihres Landsmannes Paul Constantinescu beschließt sie ihre gelungene Ersteinspielung.
Genauso herausfordernd und dynamisch, wie die Pianistin aus dem Cover herauszuspringen scheint, ist auch ihr Zugang zu den Kompositionen selbst: direkt, energisch, zupackend – aber immer mit Gefühl und Charme. Im Kurzvideo, das beim Erscheinen ihrer CD gedreht wurde und auf Youtube zu sehen ist (siehe TIPP), verrät sie uns, dass sie mit den aufgenommenen Werken die vielen verschiedenen Stimmungen vermitteln will, die uns das Leben beschert: mal glücklich, mal traurig, mal müde, mal verliebt, mal wild…
Mihaela Ursuleasa weiß, was sie will und sie ist sich selbst immer treu. Ihre Interpretationen sind unmissverständlich und tragen ihre ganz persönlichen Züge, die sie als Künstlerin unverwechselbar und einzigartig machen!
Das ist Musik eines klugen Geistes gespielt aus voller - ihrer eigenen – Seele!
Nächstes Konzert in Österreich:
Round Table 6 Wels
Sol Gabetta und Mihaela Ursuleasa
(Cello und Klavier)
14. Mai 2010, 19.30 Uhr
Stadttheater Greif, Wels (OÖ)
Sol Gabetta (Violoncello) und Miheala Ursuleasa (Klavier) spielen Werke von Schumann, Schostakovich, Prokoffiev und Ginastera
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Biographie
"It´s the kind of Beethoven I have not heard since the heydays of Claudio Arrau and super-musician Clara Haskil herself." Heuwell Tircuit, San Francisco Chronicle, März 2006
Die einzigartige Mischung aus temperamentvollem Spiel und lyrischer Begabung macht Mihaela Ursuleasa zu einer der bemerkenswertesten Pianistinnen ihrer Generation.
1978 in Brasov/Rumänien geboren, begann sie ihre Karriere als so genanntes Wunderkind. Dem weisen Rat Claudio Abbados folgend, zog sie sich 1990 vom Konzertieren zurück und konzentrierte sich auf ihre schulische musikalische und pianistische Ausbildung. Die Früchte dieser Entscheidung erntete Mihaela Ursuleasa, als sie 1995 den renommierten Clara-Haskil-Wettbewerb gewann. Darauf folgten - neben der weiteren schulischen Ausbildung - sorgfältig ausgewählte Konzert- und Rezitalabende. 1999 machte sie ihr Diplom im Konzertfach bei Prof. Heinz Medjimorec in Wien "cum laude".
Veranstalter in aller Welt wurden umgehend aufmerksam, Klavierabende in den bedeutendsten Musikmetropolen folgten, darunter Concertgebouw Amsterdam, Philharmonie Köln, Konzerthaus Wien, Tonhalle Zürich und Carnegie Hall New York.
Inzwischen hat sich Mihaela Ursuleasa als Ausnahmetalent von emotionaler Tiefgründigkeit in der Musikwelt etabliert, Daniele Gatti, Paavo und Neeme Järvi, Marek Janowski, Andris Nelsons und Mark Albrecht gehören zu den Dirigenten, die sie immer wieder zu Konzerten einladen. Sie war zu Gast u.a. beim Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, beim Orchestre National de France, bei der Weimarer Staatskapelle, beim Rotterdam Filharmoniske Orkest, beim Pacific Symphony Orchestra, beim London Philharmonic Orchestra und regelmäßig bei den Wiener Symphonikern. Unter den internationalen Festivals, bei denen sie auftrat, sind vor allem das Lucerne Festival, die Salzburger Festspiele, die StyriateGraz, das Beethovenfest Warschau, das Pablo Casals Festival San Juan und das Marlboro Festival zu nennen.
Insbesondere in Klavierabenden wird Mihaela Ursuleasas Ausdruckskraft erlebbar. Seit dem überragenden Erfolg einer Rezitaltournee im Frühling 2005 ist sie eine gefragte Künstlerin in den USA, wo sie jede Saison mehrmals auftritt. In 2008/2009 hat sie u.a. beim Mostly Mozart Festival in New York gespielt und noch mit dem Orchestre National de France, der Basel Sinfonietta und dem Symphonieorchester Barcelona konzertiert. Rezitale hat sie u.a. im großen Saal des Wiener Konzerthauses, in der Laeizshalle in Hamburg und in der Kammermusikreihe in Luxembourg gegeben.
Als leidenschaftliche Kammermusikerin musiziert Mihaela Ursuleasa u.a. mit der Cellistin Sol Gabetta (CD Einspielung für Sony/BMG) und der Geigerin Patricia Kopatchinskaja (CD Einspielung für Naive) und ist auch als Liedbegleiterin eine angesehene Partnerin.
Ihre erste Solo CD bei dem Label EDEL (-edelkultur- edel CLASSICS GmbH) erscheint im Oktober 2009 mit Werken von Beethoven, Brahms, Ravel und Ginastera.
© SIA, Mihaela Ursuleasa
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Mehr Infos
www.ursuleasa.com

Youtube
Mihaela Ursuleasa über ihre
Debüt-CD "Piano & Forte"