


CD.TIPP
Mihaela Ursuleasa "Romanian Rhapsody"
Die wahre Heimat ist der Klang
Mihaela Ursuleasa beweist uns wenige Monate, nachdem sie für ihre Debüt-CD „Piano & Forte“ den ECHO-Klassik-Preis gewann, dass ihre erste erfolgreiche und besondere Einspielung keine Eintagsfliege war. Das Besondere scheint auch das Motto ihrer zweiten, im März wieder bei Berlin Classics (Edel) erschienenen CD „Romanian Rhapsody“ zu sein: eine ebenso gewaltige wie poetische Musikreise zur Erforschung ihrer beiden „Heimaten“ Rumänien und Wien!
Ihre Karriere hat Mihaela Ursuleasa als herumreisendes „Wunderkind“ in Rumänien begonnen. Im Alter von 9 Jahren spielte sie bereits die 32 Variationen von Ludwig van Beethoven. Glücklicherweise folgte sie dem Rat Claudia Abbados, der sie als Zwölfjährige bei einem Vorspiel kennenlernte, nach Wien zu kommen und sich für ihre intensive musikalische Entwicklung Zeit zu lassen. Diese Investition in ihre schulische und pianistische Ausbildung (vor allem bei Prof. Heinz Medjimorec an der Musikuni Wien) und das Zurückziehen von den Konzerttourneen hat sich gelohnt – wie jeder, der sie heute hört, zweifellos bestätigen kann.
„ … mit „Romanian Rhapsody“ [gelang] ein originelles Album mit mitreißender Musik, die in unseren Breiten viel zu selten erklingt.“ (Fono Forum, 04 / 2011)
Von Enescu und seinem Titel gebenden Stück „Rumänische Rhapsodie“ - einer Hymne an ihr Herkunfsland - reist die junge Pianistin zuerst über Constantinescu stromaufwärts in „ihre“ Stadt - und jetzige Heimat - Wien und ihrem Lieblingskomponisten Franz Schubert und kehrt am Schluss der CD stromabwärts wieder zurück Richtung Rumänien mit Bartóks "Zwei rumänischen Volkstänzen" und seiner Rhapsodie Nr. 2 in einer Fassung für Violine und Klavier, eingespielt mit dem Stargeiger Gilles Apap.
Dass die folkloristischen Werke von Enescu, Constantinescu und Bartók vor Vitalität sprühen, mag nicht überraschen. Ursuleasa stellt aber auch Schubert anhand seiner späten, posthum erschienen Impromptus
D 946
aus ihrer Perspektive dar: als einen Grenzgänger der Emotionen. Dennoch fehlt es ihnen und ihrem Spiel in keiner Minute an Feinheit und Fantasie. Ihr gelingt erneut eine eigenwillige, aber sympathische Mischung aus technischer Perfektion, Ausdruckskraft und sinnlicher Poetik. Eine Freude, ihr zuzuhören, da man die Freude, die sie selbst beim Spielen empfindet, hören und spüren kann!
„Die vorliegende CD dreht sich um meine ganz persönlichen musikalischen Wurzeln. Mit dieser Aufnahme möchte ich dem Hörer vermitteln, womit ich aufgewachsen bin: einerseits hörte ich meine Eltern Folklore und Jazz spielen, andererseits übte ich selbst schon sehr früh klassische Musik.“, sagt Mihaela Ursuleasa selbst über die Stückwahl ihrer zweiten (vorwiegend Solo-)Einspielung. Und auf die Frage, was ihrer Ansicht nach die Verbindung zwischen Folklore und Schubert sei, meint sie fast philosophisch: „Für einen Musiker gibt es eigentlich keine wirkliche Heimat. Die wahre Heimat ist der Klang. Wenn man geboren wird, ist man ein Mensch. Wenn man ein Musiker wird, ist man ein Botschafter des Klangs, egal, wo man sich befindet.“
(Berlin Classics, 14.02.2011)
TRACKLISTE
George Enescu: Rumänische Rhapsodie Nr. 1 A-Dur op. 11 Nr. 1
Paul Constantinescu: Suite für Klavier
1. Joc / 2. Cântec / 3. Joc dobrogean
Franz Schubert: Stücke für Klavier D 946 (3 Impromptus op. posth.)
Nr. 1: Allegro assai / Nr. 2: Allegretto / Nr. 3: Allegro
Béla Bartók: Zwei rumänische Volkstänze op. 8a Sz43
Nr. 1: Allegro vivace / Nr. 2: Poco allegro
Béla Bartók: Rhapsodie für Violine und Orchester Nr. 2 Sz 90 (Fassung für Violine und
Klavier)
Improvisierte Einleitung
1. Lassú: Moderato
2. Friss: Allegro moderato
ZU ERWERBEN
http://www.amazon.de/Romanian-Rhapsody-Mihaela-Ursuleasa/dp/B004JQJF4I
als CD oder MP3-Album
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