19.05.2012
arcadi volodos in graz
Arcadi Volodos



grazer musikverein stephaniensaal
Stephaniensaal
Musikverein für Steiermark

Klavierkonzert Arcadi Volodos -
Schillernde Sensibilität und wilder Parforceritt

Der russische Weltklassepianist Arcadi Volodos feierte am 27. Februar im Musikverein für Steiermark ein triumphales Graz-Debüt.




Erst nach vier Zugaben ließen die begeisterten Besucher des Solistenkonzerts des Musikvereins für Steiermark den Debütanten ziehen: Der Russe Arcadi Volodos (37) faszinierte im Stephaniensaal mit einem fulminaten Klavierabend.

Um seinem Image als Tastenlöwe mit akrobatischer Fingerfertigkeit entgegen zu steuern, unternahm Volodos erst am Schluss des offiziellen Programms mit Franz Liszts Dante-Sonate einen atemberaubenden pianistischen Parforceritt. Aber auch hier stellte er seine fulminante Virtuosität nicht als Selbstzweck aus.



Nicht auf einem Klavierhocker, sondern auf einem Stuhl mit Lehne Platz nehmend, hatte er den Abend mit vier kleinen Stücken (im Prélude op. 11/16 unterstrich er die Verwandtschaft mit Chopins Trauermarsch) und der 7. Klaviersonate von Alexander Skrjabin eröffnet, deren Vortragsanweisung "mystérieusement sonore" er in pure Klangmagie umsetzte.

Maurice Ravels "Valses nobles et sentimentales" stattete er mit der nötigen harmonischen Schärfe aus und dank seiner manuellen Souveränität verdeutlichte er auch die Gleichzeitigkeit zweier Rhythmen im ersten Walzer. Mit kontrollierter Sensibilität und artikulatorischer Deutlichkeit ließ er die "Waldszenen" von Robert Schumann in vielen Farben schillern.

Das Grazer Programm nahm Arcadi Volodos einen Tag später im Wiener Musikverein live für eine CD auf, die im September erscheinen wird.


(Ernst Naredi-Rainer, Kleine Zeitung, 1.3.2009)

 

 

 

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