07.02.2012

Filmszene aus "Pianomania" - Intonation der Hammerkoepfe


Der Konzerttechniker Stefan Knuepfer in seinem Element

Till Fellner im Film "Pianomania"

Pianomania - Auf der Suche nach dem perfekten Klang


Im Mittelpunkt des Dokumentarfilms Pianomania steht Stefan Knüpfer, Cheftechniker von Steinway in Austria, der sich gemeinsam mit großen Pianisten wie Aimard, Brendel und Lang Lang auf die Suche nach dem perfekten (Klavier-) Klang begibt. Diese schwierige wie spannende Suche wurde jahrelang von einem Kamerateam der Filmproduktionsfirmen OVAL Filmemacher (Berlin) und WILDart Film (Wien) begleitet und aufgezeichnet. Entstanden ist ein Kinofilm, der Publikum wie Juroren zahlreicher internationaler Filmfestivals begeistert hat.


Seit seiner Premiere im Jänner 2010 im Wiener Konzerthaus fasziniert Pianomania durch seine spielerische Fantasie und beschwingte Heiterkeit nicht nur musikalische Insider!




DER INHALT

PianoMania leuchtet in die dunklen Ecken, hinter das Rampenlicht von Konzerten und Musikaufnahmen, und findet einen blonden Klaviertechniker. Erstaunt kann man verfolgen, welche entscheidende Rolle Stefan Knüpfer für das Gelingen eines Auftrittes, einer Aufnahme spielt. Lang Lang, Alfred Brendel, Pierre-Laurent Aimard - die Stars schwören auf ihn, denn er ist genauso besessen wie sie von der Idee des perfekten Klanges, von der Liebe zur Vollkommenheit. Und von diesen seltenen göttlichen Momenten, wo man dieser ganz nah ist.

Im Zentrum des Films steht die gemeinsame Arbeit von Pierre-Laurent Aimard und Stefan Knüpfer. Die "Die Kunst der Fuge" von Bach soll aufgenommen werden. Der Pianist hat sich für den Konzertflügel Nr. 109 für die Bach-Aufnahmen entschieden. Ein Jahr vor den Aufnahmen beginnt der Film und für die beiden eine lange Odyssee der Klänge.

88 Tasten, 230 Saiten auf einem gusseisernen Rahmen, 480 Kilogramm Gewicht für die Schwingungen des empfindlichen Resonanzbodens. Stefan Knüpfer will das Beste aus ihnen herausholen. Aber was ist dieses ominöse Beste? Jedes Klavier hat eine eigene Persönlichkeit. Jedes Stück verlangt nach spezifischen Klangfarben. Jeder Interpret hat ein eigenes Temperament und eine Vision. Knüpfers Enthusiasmus steckt an, die originellen Einblicke in das Innenleben und die Funktionsweise der Konzertflügel erstaunen, und die Arbeit hinter den Kulissen der klassischen Musikwelt fasziniert bis zur letzten Minute.

Stefan Knüpfer ist ein Magier der Kommunikation. Aber er ist auch ein Techniker, der schraubt, spannt und feilt. Er arbeitet mit allen Sinnen und produziert Klaviere, die Künstler beflügeln. Pianomania beobachtet Knüpfers spannende Arbeit am perfekten Klang - vom tiefsten Inneren des Instrumentes bis nach Außen, in den vollen Konzertsaal.


Lang Lang und Stefan Knüpfer im Wiener Konzerthaus


DIE PROTAGONISTEN

Eines Nachmittags erscheint ein halb verschlafener Künstler in Jeans und bunten Turnschuhen. Es ist der chinesische Starpianist Lang Lang, der ein Gastspiel im Wiener Konzerthaus geben wird. Noch geplagt von seinem Jet Lag muss er ein Instrument auswählen und anspielen. Dafür verlangt er - beinahe schüchtern - nach einer schwereren Bank, die seiner extrovertierten Spielweise standhält, ohne zu rutschen. Seinen Auftritt im Großen Saal absolviert der Piano-Superstar im dunklen Anzug mit wilder Frisur. Die Bank hält auch dort und er erntet stürmischen Beifall.

Doch die Reise von Stefan Knüpfer geht weiter: Die Sketche des Komikerpaars Igudesman & Joo karikieren immer wieder die elitäre Musikwelt. Gemeinsam die Knüpfer lassen sie sich die verrücktesten Szenarien für die nächste Show einfallen.

Beim Musik-Festival Grafenegg findet eines der letzten Konzerte von Alfred Brendel statt. Knüpfer bereitet den Flügel für ihn vor. Launig gibt der Starpianist seine Anweisungen.

„Der Ton atmet nicht.“ – klagt der Pianist Pierre-Laurent Aimard verzweifelt

„In dem Klavier ist keine Magie.“ – stellt der Pianist Julius Drake resigniert fest

...statt „neurotisch“ würde ich sagen: „spezialisiert“.“ – der Klaviertechniker Stefan Knüpfer beschreibt seine Kunden.


Pianomania - Blick ins Klavier

 

DER HINTERGRUND

Der Film wurde über einen Zeitraum von zweieinhalb Jahren gedreht. Das komplexe Thema kommt leicht wie auf Engelsflügeln daher. Dabei wurde - analog zum Ringen der Protagonisten um den perfekten Klang - bei den Tonaufnahmen größtmöglicher Aufwand betrieben. Sämtliche Szenen wurden in Dolby-Surround-Qualität und auf bis zu 90 Tonspuren aufgezeichnet. Pianomania ist ein veritabler „Ear Opener“, ein akustisches Juwel nicht zuletzt ein wertvolles Zeitdokument. Den Film der beiden Regisseure Lilian Franck und Robert Cibis wird man sich auch in 20 Jahren noch mit Genuss ansehen und anhören.

Pianomania ist kein Lehrfilm, sondern die persönliche Geschichte der Filmhelfen Knüpfer, Aimard, Brendel, Lang Lang, Igudesman & Joo, Fellner und Drake, deren brennende Leidenschaft den Zuseher berührt.

Der Film gibt Einblick in eine intime, Zuschauerblicken normalerweise verschlossene Arbeitswelt und ist dabei auch für Menschen spannend, die sich bisher nicht für klassische Musik interessiert haben.

Lilian Franck spricht Stefan Knüpfer und Steinway in Austria aus dem Herzen, wenn Sie von der überraschendsten Erkenntnis redet, die ihr der Film gebracht hat:
“Für mich war es eine Horizonterweiterung, zu erfahren, wie entscheidend die Vorbereitung eines Instruments durch einen Klaviertechniker für die Interpretation eines Pianisten ist. Und dass der Klaviertechniker auf seine Art nicht nur ein Handwerker, sondern auch ein Künstler ist.“

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Pianomania  


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© OVAL / WILDart / SIA

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www.pianomania.at
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IM ORF

Pianomania:
So 5. Februar, 23.00 h in ORF 2
Filmvorschau

Ö1 Klassik-Treffpunkt: Stefan Knüpfer zu Gast bei Otto Brusatti

Sa 11. Februar, 10.05 h, live in Ö1 zu hören oder live zu erleben im ORF KulturCafe, Eintritt: frei  Vorschau